Bildgebung

 

Die Bildgebung gewinnt im Rahmen der molekularen und individualisierten Medizin zunehmend an Bedeutung: im diagnostischen Bereich wird Bildgebung eingesetzt, um anatomische Verhältnisse wie auch pathologische Veränderungen mit hoher Präzision zu erfassen und abzubilden. Zudem wird eine über die Erfassung der Gewebemorphologie hinausgehende funktionelle Charakterisierung von Krankheitsmerkmalen benötigt, die bis zur molekularen Ebene reicht. Bildgebung umfasst hierbei alle Verfahren, die in der Lage sind, orts- und zeitkodierte morphologische, funktionelle und molekulare Vorgänge darzustellen. Dies kann auf subzellulärer, zellulärer, Gewebe- und Organebene erfolgen. Bildgebung wird auch zunehmend eingesetzt, um die Anreicherungskinetik, die Freisetzung und Wirksamkeit neuer Therapeutika zu studieren. Insbesondere für Nanomedizinsubstanzen und Radioimmuntherapeutika zeigen solche theranostischen Konzepte ein hohes klinisches Entwicklungspotential. Im interventionellen Bereich wird Bildgebung eingesetzt, um im Rahmen minimal-invasiver Therapieverfahren Sonden oder Katheter im Körper zu navigieren, gezielt zum Krankheitsherd zu bringen und diesen kontrolliert perkutan zu behandeln.

Die Verbesserung der Bildgebungsverfahren mit immer detaillierterer anatomischer, funktioneller und sogar molekularer Darstellung stellt jedoch auch hohe Anforderungen an den behandelnden Arzt. Bei immer kürzeren Zeitfenstern pro Befund und steigenden Datenmengen sowie dem Bedarf für eine pathophysiologische Befundung, die über eine anatomische Beschreibung hinausgeht, werden neuartige Bildverarbeitungs- und Bildanalyseverfahren sowie indikationsspezifische Kontrastmittel benötigt. Hierbei werden in Zukunft, Serumdiagnostik, Bildgebung und systembiologische Analytik integrativ agieren müssen.

 

Entwicklung der Bildgebung

Bildegbung im Wandel der Zeit Urheberrecht: MedST

Bildgebung ermöglicht eine therapiebegleitende Diagnose, mit dem Ziel einer patientenspezifischen Therapie.